PROJEKT "RÄUMUNG EHEMALIGES MUNITIONSLAGER MITHOLZ"
Sie können aktuelle Informationen aus dem Projekt «Räumung ehemaliges Munitionslager Mitholz» als elektronischen Newsletter abonnieren.
Weitere und vertiefende Informationen zum Projekt finden Sie zudem auf der Website des VBS.
Der Sachstandbericht des VBS informiert periodisch zum Stand der Arbeiten im Projekt
«Räumung ehemaliges Munitionslager Mitholz».
Er erscheint drei bis viermal jährlich. Die vollständigen Berichte können Sie hier lesen.
AKTUELLER STAND (Oktober 2026)
«Damit der Berg nicht explodiert» – SRF-Beitrag zu Mitholz
SRF erklärt in einem multimedialen Beitrag, was in den nächsten Jahren in Mitholz geschieht: Die Arbeiten im Bahnstollen sind seit September abgeschlossen, bis 2037 laufen die Voraus- und Schutzmassnahmen, danach folgt die Haupträumung bis voraussichtlich 2044. Ab dann soll das Gelände instand gestellt und das Dorf wieder besiedelt werden. Thematisiert werden auch die Kosten des Projekts.
Ergänzend dazu: Die SRF-Sendung «Einstein» vom 29. Oktober 2026 zeigt Einblicke in die Arbeiten im Berg. Sie kann auf Play SRF jederzeit nachgeschaut werden. → Zum Artikel
Verfahren & Bevölkerung: Das Plangenehmigungsverfahren für die Bahn-Schutzmassnahmen wird im Dezember 2026 eingereicht. Im Juni 2026 stimmte Kandergrund dem Verkauf von Gemeindeliegenschaften (Schulhaus, Turnhalle) ans VBS zu. Rund 20 ökologische Ausgleichsmassnahmen sind geplant, und das Sachplanobjektblatt Mitholz wird überarbeitet (Anhörung ab Herbst 2026).
Munitionsentsorgung: Im «Bruchmattli» entsteht ein Sprengbunker (ab ca. 2027 betriebsbereit), übergangsweise ergänzt durch eine Miet-Sprengkammer. Eine grössere Anlage folgt erst zur Haupträumung. Für die rund 1,2 Mio. m³ anfallendes Aushubmaterial wird eine Testanlage zur Materialtriage errichtet (Baugesuch Juli 2026 eingereicht).
ALLGEMENE INFOS ZUM PROJEKT:
Im Zweiten Weltkrieg wurde in Mitholz (Gemeinde Kandergrund, Kanton Bern) ein unterirdisches Munitionslager der Schweizer Armee gebaut. Im Dezember 1947 kam es darin zu mehreren Explosionen, bei denen 9 Menschen in der Umgebung der Anlage ums Leben kamen und das Dorf zerstört wurde. Von den rund 7'000 Tonnen eingelagerter Munition explodierte ein Teil; ein weiterer Teil konnte in der Folge geräumt werden. Gemäss Schätzung der Fachleute befinden sich in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel heute noch bis zu 3'500 Bruttotonnen Munitionsrückstände mit einigen hundert Tonnen Sprengstoff. Im Zusammenhang mit der Projektierung eines neuen Rechenzentrums wurde 2018 im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport erneut eine Risikobeurteilung durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Risiken gemäss der Störfallverordnung (StFV) sowie den Weisungen über das Sicherheitskonzept für den Umgang mit Munition und Explosivstoffen (WSUME) im nicht akzeptablen Bereich liegen.
Das Ziel ist es, die Munition umfassend zu räumen. Nur mit der Räumung können die Risiken in den akzeptablen Bereich gemäss StFV und WSUME gesenkt und endgültig beseitigt werden. Jedoch müssen die Bewohnerinnen und Bewohner im Sicherheitsperimeter vor Beginn der Räumungsarbeiten wegziehen und für die Verkehrsträger Strasse und Bahn Schutzmassnahmen ergriffen werden. Nach der Räumung kann Mitholz wieder besiedelt werden, und die Anlage könnte wieder genutzt werden.
Der Bundesrat verabschiedete im November 2022 die Botschaft zu einem Verpflichtungskredit für die Räumung des ehemaligen Munitionslagers Mitholz zuhanden des Parlaments. National- und Ständerat stimmten dem Bundesbeschluss im Mai und September 2023 zu. Mit diesem Beschluss begann die Umsetzungsphase des Projekts.
HINWEISE ZUR DAUER
Hauptphasen:
- 2023–2026: Vorausmassnahmen
- 2027–2036: Schutzmassnahmen (Bevölkerung, Bahn und Strasse) und Vorbereitung der Räumung
- 2037–2043: Räumung und Entsorgung der Munitionsrückstände
- 2044–2047: Instandsetzung des Geländes und Wiederbesiedlung von Mitholz
Der Projektauftrag berücksichtigt keine Verzögerungen durch Einsprachen und Vergabebeschwerden.
